Etwas vorneweg, F355 ist ein Spiel bei dem sich garantiert die Geister scheiden werden. Es wird zwei Lager geben. Zum einen die knallharten Rennfreaks, welche den Hauptverantwortlichen für die Entwicklung des Spiels Yu Suzuki zu ihrem Gott erklären werden. Die anderen, zu denen ich mich auch zähle, werden die Finger von diesem Spiel lassen. Das fängt schon mal mit dem Intro an. Ein paar F355 fahren zu einer 80er Jahre-Billig-Porno-Musik durchs Bild, schwach.Wer gedacht hat man hat bei diesem Spiel wenigstens eine kleine Auswahl an Rennwagen, der irrt sich gewaltig. Man kann wirklich nur den F355 fahren. Nun gut, ist ja noch zu ertragen. Da das Spiel eine eins zu eins Umsetzung vom Spielhallenautomaten ist, hatte ich wahrscheinlich mehr erwartet. Das Menü sieht aus wie von Fisherprise entworfen. Wahrscheinlich auch 1 zu 1 vom Automaten übernommen. Auch vorneweg gesagt, wer kein Lenkrad besitzt hat von vornherein schon verloren. Mit dem Gamepad ist es unmöglich die Kurven präzise genug zu umsteuern, oder das Gas zu dosieren. Die CPU-Gegner sind so stark das man schon ein paar Wochen üben muss wenn man sie überholen will. Und selbst dann muss man auf einen Fehler des Gegners warten um dann Selbst sofort Zuzuschlagen. Nun gut das ist nun nicht wirklich ein Minuspunkt, denn bei welcher Rennsimulation hat man schon realistisch, intelligente Gegner? Und bei Gran Turismo 1-3 war die mangelnde Intelligenz der Gegner das einzige Manko. Wo wir schon wieder beim Thema Realismus wären. Der wird hier nämlich ganz, ganz Groß geschrieben. Man hat nur zwei Ansichten beim Rennen. Einmal die Cockpitansicht und den ganzen Wagen von hinten Oben. Ich finde mindestens 3 Ansichten sollten schon vorhanden sein. Und da wären noch ein paar „realistische“ Details. Es gibt wie im richtigen Leben auch, ein paar automatische Fahrhilfen: SC (Stabilisierungs-Kontrolle): Diese Funktion erleichtert euch die Kontrolle eures Ferraris in den Kurven. TC (Traktions-Kontrolle): Vermindert das Durchdrehen der Räder. ABS (Anti-Blockier-System): Ermöglicht kontrolliertes Lenken während des Bremsvorgangs. IBS (Intelligentes Brems-System): Das Bremsen wird hier vom Fahrzeug automatisch übernommen und klappt recht zuverlässig, is aber voll für’n Arsch da brauch man nur noch Gas geben und Lenken! Toller Realismus. Um ein wirklich realistisches Fahrgefühl zu erzeugen, haben die Designer eng mit dem Ferrari-Team zusammen gearbeitet, sich selbst in die sündhaft teuren Wagen gesetzt und allerlei Telemetrie-Daten mit ins Spiel eingebaut und umgerechnet. Wundert euch also nicht, wenn ihr die Zentrifugal-Kraft in scharfen Kurven auch am ganzen Körper zu spüren bekommt und der Wagen einfach mal ins schleudern kommt ohne das ihr was dazu beitragt. Es gibt auch die Möglichkeit einige Einstellungen am Wagen zu verändern. So Sachen wie Spurweite, Federrate, Sturzwinkel und so weiter. Für den Leihen aber gilt die Fettnapfregel, weil es keinerlei Hilfestellung zur jeweiligen Einstellung gibt. Da kann man sich ganz schön vertun. Da nützt es auch nicht das Sega die Lizenzen von 11 Originalstrecken besitzt. Es gibt unter anderem den Nürburgring, Monza und Suzuka. Die wirklich auch alle bis in den kleinsten Winkel originalgetreu nachgebildet wurden und im Spieler sofort das alte Gefühl aufkommt "Hey, die Kurve kenn' ich doch!".An Modi stehen euch neben dem aus der Spielhalle bekannten Arcade-Mode, noch Championchip (6 Rennen in Folge - leider ohne Qualifying), Single Play (wie Arcade, jedoch ohne Zeitlimit und Wagen-Modifikationen können vorgenommen werden), Versus Play (Mehrspieler - Screen wird horizontal geteilt und grafisch müssen keine Abspeckungen in Kauf genommen werden), Cable Versus Play (Mehrspieler per Linkkabel) zur Auswahl. Anfangs findet ihr allerdings nur 6 Strecken im Menü vor, die anderen müssen erst noch freigeschaltet werden.Womit wir bei der Grafik wären. Diese ist auch wirklich einer der vorteile des Spiels. Es gibt keinerlei Baby-Slowdowns. Auch nicht wenn mehrere Fahrzeuge im bild sind und es Regnet oder Nebel vorhanden ist. Aber außer ein paar Streckenposten gibt es keine animierten Objekte am Wegesrand. Nicht mal ein sich wenigstens etwas bemerkbarmachendes Publikum. Alles in allem wird der Yu Suzuki-Schrein-Bauende Rennsport-Simulations-Fetischist den ganzen Tag auf seine PS2 onanieren und der Otto-Normal-Spieler seinen erhofften Spielspaß gleich wieder bei E-bay reinstellen. Aber zum Glück gibt es ja genug Auswahl an Rennspielen und da ist wie man an F355 Ferrari Challenge sieht für jeden was dabei.
Matze
coming soon
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