Games

Formula One 2002
Sony

Vorwort Und wieder mal ein Rennsimulator der sich nicht vor Gran Turismo und Konsorten zu verstecken brauch. Aber auch hier wieder, Lenkrad ist Pflicht! Ohne dieses so nützliche Zusatzgerät ist die ganze Show ein Eiertanz mit Schlingerkurs. Schade eigentlich denn Heutzutage, scheint es mir, Scheiden sich die Geister. Es kommt mir vor als gäbe es nur noch die Einsteigen-und-Los-Geht’s-Arkade-Renner mit nervigen Effekten und Speedmetall, oder eben den Ultrarealistischen Simulator für den Hardcorefan mit Tüftelambitionen. Mir ist schon klar das mit der stetig besser werdenden Technik, den Entwicklern immer mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Und die will man natürlich auch ausnutzen. Aber was ist mit den Rennspielen die sich genau dazwischen ansiedeln? Mir ist schon klar das ein Formel 1 Wagen der gerade mal 650 kg wiegt und um die 800 PS hat nicht so leicht zu steuern ist. Aber es ist doch immer noch ein Spiel. Wahrscheinlich ist es schwer eine gut funktionierende Symbiose zu kreieren, solche Spiele sind einfach zu selten. Aber genug der Schwafelei. Es gab schon viele Versuche die Formel 1 Konsolefähig zu machen, aber was Sony und Studio Liverpool da auf die Beine gestellt haben ist schon Bemerkenswert. Zumindest sollte man einen zweiten Blick riskieren. Also was die Lizenzen angeht gibt’s da nix zu beanstanden. Alles Original. Die Fahrer, die Autos, die Strecken, die Sponsoren, die Reifenhersteller, einfach alles was in der Saison 2002 so zu bieten hat. Vorbereitungen Kommen wir zum Menü. Es ist auch wirklich gelungen. Man könnte es mit einem Nokia-Handy vergleichen. Vom Hauptmenü aus kann man in die jeweiligen Untermenüs gelangen von denen jeweils ein weiteres Untermenü existiert, wirklich Idiotensicher. Die Ladezeiten sind extrem kurz für ein PS2-Spiel. Schon mal ein Pluspunkt, denn da ist man anderes gewohnt. Der Zocker kann dann wählen zwischen dem schnellen Rennen, Arcade, Zeitfahren, Simulation und was ganz neuem: dem Zuschauermodus. Im Zuschauermodus, wie sollte es anders sein, kann man einen Grand Prix seiner Wahl von Anfang bis Ende anschauen. Alles animiert und mit den original Kommentatoren Christian Danner und Heiko Wasser. Aber das kommt Wahrscheinlich eh nur für die Hardcorefans in Frage. Beim Zeitrennen kann man sich selbst jagen bzw. sich selber. Aber der Geist ist nicht Transparent genug. Man sieht also nix von der Strecke wenn er direkt vor einem ist. Man kann auch so gut wie alles nach seinen Wünschen einstellen. Und es gibt eine Hotseat Option . Hierbei kann man sich sozusagen ein Rennen mit bis zu vier Spielern teilen. Jeder wählt sich einen Wagen und Fahrer. Jeder Spieler fährt nur eine Runde, danach gibt er das Pad dem Nächsten usw.. Bei der Übergabe hat man ca. ein bis drei sek. Zeit die solange der CPU übernimmt. Eine lustige Angelegenheit wenn man Besuch hat. In den Hauptoptionen gibt drei Schwierigkeitsstufen. Welche sich aber nicht auf die Stärke der CPU-Gegner auswirkt, sondern auf den grad des Realismus. Ob nun die Flaggenregeln, den Treibstoffverbrauch, Schaden, Bremsabnutzung, Mechanische Ausfälle usw.. Auch die Renndistanzen im Simulationsmodus Verändern, wenn man z.B. keine 78 Runden in Monte Carlo unterwegs sein will. Das Spiel unterstützt auch die Verschiedenen Raceingweels wie den Speedster 2 oder den Driving Force. Gameplay Wenn man sich dann aufmacht eine WM zu starten wählt man sich dann eins von 11 Teams und den Entsprechenden Fahrer. Wobei die Fahrer wirklich gut Animiert sind, man kann feinste Gesichtszüge erkennen. Aber bevor man die Competition gegen die anderen antritt kann man sich erst mal eine Streckenvorschau mit RTL-Kommentator ansehen die auf die gewissen Eigenheiten der jeweiligen Strecke aufmerksam macht. Danach hat der Zocker die Möglichkeit insgesamt vier Trainings zu absolvieren. Dann gibt es natürlich noch die Qualifikation und das warm up bevor man zum eigentlichen Rennen kommt. Für alle der eben genannten Stationen hat man ca. 60 min Zeit. Zwischen durch kann man immer wieder an die Box fahren und alle Möglichen Veränderungen vornehmen. Und glaubt mir man kann von Front bis Heckspoiler alles justieren was man sich vorstellen kann. Ein wahres Paradies für Hobbymechaniker. Aber auch die Laien können sich hier reinfuchsen. Zu jeder Einstellmöglichkeit sei es die Federung, die Übersetzungsverhältnisse des Getriebes, die Bremsbalance, der Radsturz, die Aerodynamik oder what the fuck ever gibt es immer eine Hilfestellung wo alles erklärt ist. Wenn man dann im Rennen ist kann man sich immer mit der Box verständigen. Deine Leute versorgen dich immer mit den neuesten Informationen was das Renngeschehen und deine Sektorenzeiten betrifft. Durch drücken der Select–Taste kannst du deinem Teamleiter mitteilen das du an die Box willst, dieser bereitet dann alles vor und gibt dir grünes Licht oder auch nicht. Man kann kurz vorher entscheiden ob man eine andere Reifenart will z.B. von Intermediet auf Regenreifen. Voll getankt wird immer. Das Handling ist der Wahnsinn. Hier sind entweder die Reflexe eines Mungos, oder eben ein Lenkrad gefragt. Das Auto reagiert auf jede noch so kleine Berührung des Analogstiks. Für Anfänger echt zum ausrasten. Aber mit viel Übung klappt ja bekanntlich alles. Auch so wie in der Realität kann der Fahrer die Traktionskontrolle und die Bremskraftregelung während der Fahrt selber Steuern. Es gibt auch eine Startautomatik, wo man nur noch die F1-Taste loszulassen brauch damit man nicht zu früh losfährt. Es stehen dir drei Fahrperspektiven zur Verfügung. Das komplette Fahrzeug von hinten oben, kurz über dem Kopf des Fahrers und die Cockpitansicht. In der man erstaunlicherweise einen guten Überblick behält. Das erhöht den Spaßfaktor ungemein. Da kann das richtige Feeling erst richtig zur Geltung wenn man mit 280km/h durch Monaco rast. Irgendwann ist dann auch jeder einmal Erfolgreich. Und im Laufe der Zeit werden dann immer mehr Belohnungen freigeschaltet. Man hat eine Galerie mit unterschiedlichen Schnappschüssen. Diese werden dann nach und nach freigeschaltet. Und als Extrabonus lockt das Pacecar, welches freigeschaltet werden kann und mit dem kann man dann Zeitrennen machen. Grafik In dieser Hinsicht bedarf es wahrscheinlich nur ein Wort: Hervorragend. Die Strecken, die Wagen, die Boxencrew alles wunderbar. Da gibt’s kein rütteln und keine Verzögerungen. Auch die Sonneneinblendung und die verschiedenen Wettereinflüsse kommen täuschend echt. Ein großes Lob an die Programmierer von Londonstudios. Fazit Ein gelungener Formel eins Simulator bei dem man merkt da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben. Aber wie gesagt ohne Lenkrad nicht wirklich Empfehlenswert, da man sonst zu schnell nen Krampf im Handgelenk und Fingern bekommt.

Matze
  • rating:

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