Specials

Interview

Jon Doe

Als ich das erste Mal den Namen und die Musik von Jon Doe hörte, war mir sofort klar, dass dieser Typ verdammt viel Soul in seinem Herzen hat. Glücklicherweise brachte mir ein guter New York Tourist die 7inch von Soul Slice mit, nach der ich vergebens in Deutschland gesucht hatte. Jeder der die Scheibe kennt, weiß wie sehr die beiden Tracks knistern. Also dachte ich mir, musst du mal dem Herrn ein wenig mehr auf die Finger schauen und nahm über Day By Day Entertainment Kontakt zu ihm auf. Was er mir alles erzählte und dass er zweifellos ein Dj und Produzent mit Seele ist, dass könnt ihr hier nachlesen.

Kommen wir zu deiner Dj Tätigkeit auf der Kentucky Western University. Mich würde interessieren, wie man auf einem College diese Position nutzen kann, um auf der einen Seite gute Musik den Leuten zu bieten und auf der Anderen, ein Sprachrohr für die Studenten sein kann. Vor allem in einem Bundesstaat dessen Spitze von George W. Bush besetzt ist.

 College Radio ist eines der wichtigsten Ausdrucksmittel für uns hier. Wenn es dieses Medium nicht geben würde, wären unzähliger Ideen, Ansichten und Tracks völlig unbemerkt geblieben. Ich habe das College Radio für immer in mein Herz geschlossen, da so viele Sachen ohne dieses Medium nie vollendet worden wären. Es kann wirklich jedem eine Stimme verleihen, der etwas nach Außen tragen will. Du kannst zum Beispiel eine Talkshow machen oder eine Musiksendung. Es kommt ganz auf deine Vorstellungen an. Mit meiner Sendung habe ich mich entschieden Songs zu spielen, die nicht jeden Tag im Fernsehen oder im Radio rauf und runter gespielt werden und lasse ihnen damit die verdiente Aufmerksam zukommen. Zwar war die Wattanzahl begrenzt, so dass ich nur das College und angrenzende Gemeinden erreichen konnte, aber es war ein Anfang. Viele meiner Freunde haben in Form von unterschiedlichsten Gesprächsrunden, das Gleiche getan, und deshalb finde ich  Collegeradios auch überaus wichtig und sinnvoll. Es gewährleistet einfach das Überleben der realen Musik in der sonst kommerziellen Musiklandschaft

Wie bist du überhaupt an den Posten gekommen?

Ich traf einen Radioangestellten im ersten Jahr meiner Collegezeit. Sie hatten keinerlei Mixshows in ihrem Programm. So fing ich an eine Sendung auf die Beine zu stellen, die es in der Form noch nie auf WWHR 91.7FM gegeben hatte. Ich würde sagen, dass meine Sendung viel dazu beitrug, einige Türen für Urban Musik auf diesem Sender zu öffnen. .

Ich habe dich zum ersten Male wirklich erst bewusst auf der Soul Slice 7inch wahrgenommen. Kannst du mir ein wenig zur Entstehungsgeschichte deines Tracks und ein wenig über Greedy Man Records erzählen?


Die 45er auf Greedy Man Records ist ein Projekt, dass ich mit meinem Mann J-Nastee aus Nashville zusammen gestartet hatte. Er produzierte auch den Track "Guestlist " auf High Risk (erstes Prophetix Album). Die Labeleigentümer Mattes Rex 1 und Ben-O hatten ursprünglich nur den Plan mit J-Nastee eine 45er aufzunehmen. J fragte mich, ob wir nicht für dieses Vorhaben zusammen etwas machen wollten. So gründeten wir kurz entschlossen die Gruppe Soul Slice. Den ersten Track, den wir zusammen machten war die A-Seite Angie’s Suite. Wir veruchten mit verschieden Loops und Drums ein eigenständiges Instrumental aus dem Song zu machen. Auf der B-Seite gibt es meinen Solo Track All The Way Down zu hören. Wir versuchten viel Soul und Sexy Shit in die Songs zu packen. Genau das richte ebend, wenn du Abends mit deiner Lady zu Hause sitzt. Haltet eure Augen nach dem Soul Slice Album offen. Es wird definitiv noch in diesem Jahr rauskommen.
 

Zu deiner Gruppe Prophetix. Erzähl mir bitte ein wenig über eure Entstehungsgeschichte und zum High Risk Album. Mit wem habt ihr alles zusammen gearbeitet? Was wird in Zukunft noch alles von euch zu erwarten sein?

Prophetix ist wie eine zweite Familie für mich. Ich traf Eddie Meeks und Mello als ich im Sommer 2000 nach Atlanta kam. Ich kannte Meeks schon seit meinen Tagen an der Western Kentucky Universität und von einigen Dj Gigs in Nashville. Meeks und Mello haben dann im Winter 2000 die erste Prophetix EP rausgebracht. Beide sind schon seit etwa 10 Jahren dabei und haben ihre Erfahrungen in verschieden Gruppen und Soloprojekten gesammelt. Als ich 2001 dann festes Mitglied wurde, war die Mannschaft komplett und wir brachten eine Single raus. Kurz darauf begabenwir uns ins Dirty Blanked Studio, wo wir anfingen an High Risk zu arbeiten. Letzten Sommer war die Platten dann fertig . Die Hälfte der Platte habe ich produziert, den Rest übernahmen MF DOOM, Dj Cheapshot, James Scienide, Untamed, Applejac, Zo, Asprin und J-Nastee. Ausserdem hatten wir noch Features von Scienz of Life, Stacy Epps, U-George (Hemisphere), Stahhr tha F.E.M.C.E.E. und The Lost N Found Department. Mehr Infos bekommt ihr auf www.prophetix.net.


Was wird in Zukunft noch alles von euch zu erwarten sein?

Wir befinden uns gerade am Anfang der Produktion der neuen LP. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dir nur sagen, dass wir verschieden Beats von mir, Zo, Cadence, Applejac, Lost-N-Found, J-Nastee und Dj Przm im Kasten haben. Weitere werden noch folgen, aber zu denen kann ich dir jetzt noch nichts definitives sagen. Zu den Features kann ich auch nur folgendes sagen. Wir haben zur Zeit Beiträge von MF GRIMM (Willkommen zu Hause Junge !!) und Supastition fertig. Es wird aber sicherlich noch einiges auf euch zukommen, soviel sei schon verraten. Meeks und Mello sind ebenfalls viel in Sachen Gastvocals unterwegs. Ihr nächstes Projekt wird im Sommer erscheinen. Es handelt sich dabei um die Maxi des schwedischen Produzenten Jimmy Ledrac. Alle Neuigkeiten dazu findet ihr auf unser Hompage.

Ich hätte noch ein paar Fragen an Jon Doe, den Dj. Wie würdest du deinen Stil beim Auflegen selbst beschreiben, wenn man dich noch nie vorher gehört hat.

Ich selbst würde mich als Dj nicht unbedingt so genau festlegen. Ich lasse viele Einflüsse auf mein Set einwirken, sei es Turntablism, Radio, Mixtape oder Club Sachen. Ich stehe nicht 6 Stunden zu Hause an meinen Plattenspieler und Scratche wie ein Irrer, aber ich bin mir sicher, dass ich gut bin. Ich kann Scratchen, Mixen, Jugglen und Trick Mixing, ebend eine gesunde Mischung aus all diesen Bereichen. Ich vermisse es bei den jüngeren Dj’s, die sich nur versteift auf die technische Seite des Auflegens konzentrieren. Es kommt immer auf die Situation an. Du wirst mich auf einer Party nie nur ein wenig mixen hören. Genau wie auf einem Mixtape, wo ich versuche die unterschiedlichsten Tracks mit vielen Tricks und Scratches zu verbinden.Das selbe auch bei meinen Produktionen. Ich kann Beats für die grimmigsten Untergrund Heads machen, aber auf der anderen Seite genau so gute Tracks für die Big Boys der Pop Fraktion. Hör dir einfach mein neues Album an, dann weißt du wovon ich spreche.

Zu guter Letzt sag mir bitte noch  deine Beweggrunde überhaupt Dj zu werden?

Es war damals, als ich einen Hip Hop Dj sah, keine Ahnung wer das war. Auf jeden Fall riß es mich fast weg, als ich ihn da oben sah und er sein Set machte. Das war mein Schlüsselerlebnis, welches mich dazu brachte selbst mit dem Auflegen anzufangen. Ich kauft mir das nötige Zeug und der Rest ist Geschichte.

GEROE
  • label: Day by Day Entertainment

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